Rorschachs Tagebuch

c’t special Linux 3/08 Review Juli 19, 2008

Filed under: OpenSource,Ubuntu — Rorschach @ 08:09
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Ich hatte vorhin die Chance einen Blick in das c’t special Linux 3/08 Heft zu werfen. Vorab ich hab nicht das ganze Heft gelesen sondern nur ein paar Kapitel aber das hat mir schon gereicht.

Das auffälligste ist wohl, dass sie im Linux-Spezial einen Grossteil OpenSolaris zur Verfügung stellen. Nicht das ich OpenSolaris schlecht finden würde, ganz im Gegenteil! Auch wenn es mangels Treiber imo für die meisten Desktopsysteme, besonders auf Notebooks, nicht allzu tauglich ist besitzt es doch das Totschlagargument schlechthin: ZFS

Problematisch ist, dass OpenSolaris die ganze Zeit in einem Atemzug mit OpenSuse, Ubuntu oder Fedora genannt wird. Im Abschnitt „OpenSolaris – Ausprobieren und installieren“, dem ersten Abschnitt im Heft der nur von OpenSolaris handelt taucht das Wort Unix kein einziges mal auf. Es fehlt auch komplett die Unterscheidung zwischen Linux und einem echten Unix wie Solaris so dass sich einem Otto-Normal-Nutzer bzw. Einsteiger in freie Betriebssysteme wohl der Eindruck auftun muss, dass es sich bei OpenSolaris ebenfalls um eine Linux Distribution handelt.

Dann habe ich im Abschnitt „Prüfstand: Vier Distributionen“ (OpenSuse, Ubuntu, Fedora und OpenSolaris, wiedermal wird OpenSolaris mit Linux gleichgesetzt) den Teil über Ubuntu gelesen und dort taten sich teilweise wahre Abgründe bei der Erklärung auf. Habt ihr zum Beispiel gewusst, dass ihr bei der Ubuntu-Installation zuerst ein Root-Passwort festlegen müsst und dann einen Benutzer erstellt ? Für die nicht Linuxer: Ubuntu hebt sich gerade dadurch von den meisten anderen Distributionen ab, dass es gerade keinen Root-Account erstellt (bzw. es erstellt ihn schon aber deaktiviert ihn und man wird bei der Installation auch niemals nicht gefragt ob man ein Passwort für diesen Account eingeben möchte). Haben die in der c’t Redaktion überhaupt mal Ubuntu installiert oder den Artikel freihand geschrieben?

Dann wird Policykit als Ablösung von sudo angepriesen was ebenfalls Unsinn ist. Policykit ist eine Ablösung für gksudo bzw. das KDE-Pendant . Desweiteren wird gesagt, dass Policykit einen Sicherheitsgewinn zu sudo darstellen würde was natürlich auch Unsinn ist. sudo hat das suidbit gesetzt, wird also immer mit Root-Rechten ausgeführt und kann deswegen nicht mal so einfach aus dem Userlevel heraus attackiert werden. Bei Policykit (genauso wie gksudo und Varianten) lässt sich mit einem simplen strace aus dem Userlevel das Passwort mitsniffen.

Auch 5GB für eine minimale Desktopinstallation sind einfach zu tief angesetzt. Davon gehen erstmal 5% für die reservierten Blöcke von ext2/3 drauf, dann noch swap und man hat kaum genug für eine lauffähige Root-Partition, geschweige denn Home.

Mein Fazit: Selbst für komplette Linux-Neulinge auf Grund der Fehler nicht zu empfehlen. Wer mit Google umgehen kann findet bessere Informationen kostenlos im Netz zum Beispiel im Ubuntuusers-Wiki .

 

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